Wann bekommt man die Rente nach dem Tod der Mutter?

Die Rentenzahlung nach Todesfall der Mutter muss nicht zwangsläufig eingestellt werden, weil Hinterbliebene unter Umständen Ansprüche auf die Rente geltend machen können. Obwohl ein Sterbefall in der Familie in erster Linie viel Trauerarbeit erfordert, sollten Sie diverse Rentenformalitäten nicht auf die lange Bank schieben, damit Ihnen keine finanziellen Nachteile entstehen und Sie nicht unnötig finanziell belastet werden.

Ihre Mitteilungspflicht an den Rentenversicherungsträger

Weil das Bestattungsunternehmen nicht zwingend den Tod Ihre Mutter an die Rentenzahlstelle bzw. Rentenversicherungsträger meldet, müssen Sie als Tochter oder Sohn diese Aufgabe unverzüglich übernehmen, außer der Ehepartner Ihrer Mutter ist noch am Leben und in der Lage, die Abmeldung vorzunehmen.

Sie können gleichzeitig mit der Abmeldung einen Antrag auf Vorschusszahlung für die ersten drei Monate stellen, wenn Sie Anspruch auf eine Rentenzahlung nach dem Tod der Mutter haben. Antragsformulare sind beispielsweise in den Postfilialen erhältlich. Kosten entstehen dabei nicht. Die Antragsformulare werden kostenfrei an die Rentenzahlstelle weitergeleitet.

Als Tochter oder Sohn haben Sie möglicherweise Anspruch auf die Waisenrente

Die Waisenrente steht immer den Kindern der Verstorbenen zu. Dabei spielt es keine Rolle, ob nichteheliche, eheliche oder adoptierte Kinder. Selbst, wenn Sie ein Stiefkind sind, können Sie noch von der Rente Ihrer Mutter profitieren. Ziel dieser Waisenrente ist, zu verhindern, dass die Kinder in eine finanzielle Schieflage geraten.

Vollwaisen erhalten 20 % der Rente des Verstorbenen, Halbwaisen noch 10 %. Allerdings nur bis zur Volljährigkeit eines Kindes. Unter Umständen kann die Waisenrente bis zum 27. Lebensjahr weiter bezogen werden, wenn sich der Weise in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet.

Was passiert, wenn nach dem Tod noch Rente bezahlt wird?

In der Regel gilt: Die Zahlung der Rente endet mit dem Tod des Rentners. Sollte beispielsweise der Rententräger aus irgendeinem Grund nicht mitbekommen haben, dass Ihre Mutter verstorben ist, und bezahlt deshalb auch nach dem Tod noch regelmäßig Rente aus, dürfen Sie dieses Geld nicht einfach behalten.

Sie können davon ausgehen, dass der Rententräger sämtliche Zahlungen zurückfordert, die nach dem Tod Ihrer Mutter geleistet wurden. Betriebliche oder private Renten können andere Vereinbarungen zugrunde liegen, weshalb Sie sich im Zweifelsfall besser vorher zu erkundigen, weil Ihnen sonst hohe Kosten entstehen können. Beispielsweise, wenn Sie die Rente schon ausgegeben haben und Beträge zurückzahlen müssen.

Die Rente der Mutter wird der Erbmasse zugefügt

Bekam Ihre Mutter die Rente am Ende des Monats für den abgelaufenen Monat, also im Nachhinein, steht ihr diese Rentenzahlung noch zu. Dieses Geld wird dann der Erbmasse zugefügt. Ebenso werden manche Betriebsrenten oder andere Rentenformen der Erbmasse zugeführt.

Sollten Sie als alleiniger Erbe bedacht werden, erben Sie sozusagen die letzte Rentenzahlung mit. Sind mehrere Erben vorhanden, wird das Erbe entsprechend aufgeteilt.

Bei Unklarheit einen erfahrenen Anwalt fragen

Wenn Sie sich im Unklaren sind, ob Sie die Rentenzahlung nach Todesfall der Mutter einbehalten dürfen oder wenn Sie nicht wissen, wie die Rentenzahlung verwendet werden soll, können Sie einen kompetenten Rechtsanwalt um Rat fragen. Es empfiehlt sich, einen Rechtsanwalt auszuwählen, der sich auf Erbrecht spezialisiert hat.

Rechtsanwälte für Erbrecht sind auch Ihre ersten Ansprechpartner, wenn Dritte, beispielsweise mögliche Geschwister, ungerechtfertigt Ansprüche auf die Rentenzahlung der Mutter erheben.

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