Wie viel verdient man als Anwalt

Der Beruf des Rechtsanwaltes ist ein anspruchsvolles und vielseitiges Tätigkeitsfeld. Die Vielseitigkeit ergibt sich alleine aufgrund der großen Anzahl an möglichen Rechtsgebieten. Natürlich stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage nach „wie viel verdient man als Anwalt“? Wie viel das ist und was man hierbei beachten muss, kann man nachfolgend erfahren.

Große Unterschiede bei der Vergütung

Die Vergütung von einem Rechtsanwalt fällt sehr unterschiedlich aus. Hier gibt es nämlich große Unterschiede, so zum Beispiel ob man sich in einem Angestelltenverhältnis als Rechtsanwalt befindet oder zum Beispiel in einer Selbstständigkeit. Bei letzterem muss man auch noch unterscheiden, ob man eine eigene Kanzlei als Rechtsanwalt betreibt oder hier mit mehreren Partnern zusammenarbeitet.

Auch beim Angestelltenverhältnis muss man unterscheiden, zwischen einem Arbeitsverhältnis mit einer Rechtsanwaltskanzlei oder zum Beispiel mit einem Unternehmen oder einem Verband. Erhebungen von Jobbörsen haben gezeigt, das die Spange zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Verdienst ist bei einem Rechtsanwalt sehr hoch ist. So beträgt dieses zwischen 2.578 und 8.107 Euro. Wobei man bei diesen Werten immer beachten muss, es kann davon starke Abweichungen bei der Vergütung von einem Rechtsanwalt geben, gerade nach oben.

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz

Grundsätzlich ist die Rechtsgrundlage für den Verdienst bei einem Rechtsanwalt das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, kurz RVG. Dieses Gesetz kommt immer dann zur Anwendung, wenn es Anwaltsleistungen wie die Beratung oder die Verteidigung in einem Prozess geht. Die Stunden- und Vergütungssätze orientieren sich hierbei unter anderem am Streitwert.

Der Streitwert ist abhängig vom Rechtsgegenstand um das es geht. Dieser wird im Vorfeld vom Rechtsanwalt geschätzt und letztlich in einem Verfahren von einem Gericht festgelegt. Die Einnahmen die man aus dieser Tätigkeiten gewinnt, sind natürlich bei einem Rechtsanwalt nicht der reine Verdienst den man hat.

Vielmehr muss ein selbstständiger Rechtsanwalt wie jeder Selbstständige, davon seine Kosten tragen. So können davon Gehälter für Mitarbeiter, aber auch Kosten für Büro, Versicherung und vieles mehr getragen werden müssen. Was davon letztlich dann übrig bleibt, ist der Verdienst vom Rechtsanwalt.

Wobei man hier noch ein weiterer Punkt als selbstständiger Rechtsanwalt beachten muss, nämlich die Versteuerung. Anders aufgebaut ist die Vergütung, wenn man als selbstständiger Rechtsanwalt einer Gesellschaft mit mehreren Anwälten angehört. In diesem Fall erfolgt meist eine Verteilung nach Abzug aller Ausgaben und der Versteuerung anhand der Größe der Anteile an der Gesellschaft.

Freie Vergütung

Ist man als Rechtsanwalt bei einem normalen Unternehmen oder einem Verband für die Erledigung der Rechtsgeschäfte angestellt, so ist hier natürlich die RVG nicht die Rechtsgrundlage für die Vergütung. Vielmehr kann hier der Rechtsanwalt frei seine Vergütung mit dem Unternehmen oder dem Verband aushandeln. Da man angestellt ist, erfolgen die üblichen Steuer- und Sozialabgaben.

Nicht viel anders sieht es aus, wenn man als Rechtsanwalt in einer Kanzlei angestellt ist. Hier arbeitet man zwar auf der Rechtsgrundlage vom Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, die Vergütungen gehen aber an die Kanzlei. Als angestellter Rechtsanwalt bekommt man eine festgeschriebene Entlohnung. Hier kann es noch Vergünstigungen, wie zum Beispiel eine Gewinnbeteiligung geben.

Wie man sehen kann, kann man die Frage wie viel verdient man als anwalt gar nicht so einfach beantworten. Alleine aufgrund der Vielfalt der Beschäftigungsmöglichkeiten.